Früher gab es das typische Bild eines Fotografen: männlich, Mitte 50, Schlabberpulli und totaler Technikfreak. Mit der Zeit hat sich dieses Bild verändert, denn immer mehr Frauen haben die Fotografenränge erobert. Mittlerweile sollten Fotografinnen jung, hübsch, perfekt gestylt und selbstbewusst sein, um Erfolg zu haben. Wer Menschen, die vor der Kamera stehen, gut aussehen lassen will, muss auch selbst hinter der Kamera gekonnt geschminkt und gekleidet sein. Ist das so? Manchmal bekommt man schon das Gefühl, finde ich. Viele erfolgreiche Fotografinnen findet man nicht nur hinter, sondern auch als Model vor der Kamera. 

Wer möchte ich sein?

Ich fotografiere Menschen bereits seit über fünf Jahren als „professionelle Hobbyfotografin“. Mir war im Großen und Ganzen egal, wie viele Besucher meine Homepage hatte oder wie viele Likes ein Bild bekam. Für mich zählte der Spaß! Seit Anfang dieses Jahres ist jedoch vieles anders geworden. Nachdem ich mein Studio aufgeben musste (ich nutze es jetzt als Wohnraum), erlebte ich ein fotografisches Tief. Langezeit hatte ich schlicht und ergreifend kein Interesse an Shootings und dachte mir, dass ich mit der Fotografie eigentlich auch aufhören könnte. Doch in mir schrie bei diesem Gedanken eine Stimme ganz laut: „Nein, das kannst du nicht machen! Du hast schon so viel erreicht und das möchtest du jetzt plötzlich alles aufgeben?!“
Mir wurde klar: So durfte es nicht ausgehen! Also fasste ich neuen Mut und es ging richtig los: Neuer Name (von Photoabenteuer zu Elderberry Photography), neue Kamera, neue Homepage, intensive Facebookpflege, Werbung und Shootings ohne Ende. Ich merkte, wie viel Spaß mir die Fotografie machte und baute meine Leidenschaft neu auf. Seither war mir Feedback ganz besonders wichtig, irgendwie war dies ein Neuanfang, denn ich knüpfte aktiv Kontakte zu anderen Fotografen und entwickelte mich aktiv weiter.

Auf diesem Weg begegnen einem im Internet natürlich immer wieder andere Fotografinnen, die sich und ihre Werke auf Facebook präsentieren. Einige von ihnen sind klasse und wahnsinnig erfolgreich. Sie sind außergewöhnlich hübsch und immer gut gestylt. Ich betrachtete mich im Spiegel: etwas unkontrollierte Wuschelhaare, kleine und ungeschminkte Augen, schlichtes einfarbiges Oberteil und eine normale Jeans mit Sneakers an den Füßen. Tja, so war ich eben: schlicht und ungeschminkt – irgendwie ja auch natürlich. Aber konnte ich so Erfolg haben? Ich war ja schließlich nicht so wie die anderen…

Die eigene Zielgruppe definieren 

Es ist nicht wichtig, wer du bist. Es ist nur wichtig, dass du dich nicht verstellst. Natürlich wirkt das wie eine hohle Floskel, die man schon x-mal gehört hat, aber diese Erkenntnis ist einfach so wichtig! Ich habe angefangen, Videos für euch zu drehen, in denen ich mich so zeige, wie ich bin: natürlich, nur wenig geschminkt und schlicht gekleidet. Ich glaube, dass es bestimmt auch Menschen da draußen gibt, denen das Äußere nicht so wichtig ist. Klar, die Fotografie kann in einem gewissen Rahmen nur das Äußere abbilden, aber trotzdem sollte es nicht hauptsächlich um diese Hülle gehen. Wenn ich mit Menschen fotografiere, verbringe ich oft wunderschöne Tage mit ihnen, lerne sie kennen und zeige ihnen ein Stück weit, wie wunderschön sie sind.
Und auch, wenn ich euch leider keine Schminktipps geben kann oder in meinen Videos keine Kleider trage, die jeder haben möchte, habe ich nicht das Gefühl, alleine zu sein. Ihr seid da, gebt mir Feedback (egal ob persönlich, auf Facebook oder auf meiner Homepage) und unterstützt mich. DANKE dafür! 🙂

Neid oder Bewunderung?

Bestimmt werden jetzt viele sagen: Das ist doch einfach nur purer Neid! Mach was aus dir und hör auf zu jammern! Klar, irgendwie ist man am Anfang natürlich auch neidisch und wäre gerne so wie die Fotografinnen. Damit möchte ich niemanden angreifen, denn ich sage nicht, dass es nicht gut ist, sich gestylt zu zeigen – das ist nicht meine Aussage. Wenn man im Alltag auch so ist und sich mit dem schicken Kleid und dem perfekten Make-up nicht verstellt, sondern genau diese Person ist, ist das vollkommen okay. Wenn man nicht so ist/sein kann, sollte man sich nur nicht in diese Richtung biegen (lassen). Natürlich ist es ist aber auch eine große Portion Bewunderung: „Ich will so sein wie die!“ Vielleicht ist es eine Mischung aus beidem – Neid und Bewunderung – und das ist auch okay. Ich denke nur, dass ihr euch nicht verstellen solltet und das möchte ich auch nicht. Was ihr bekommt, bin zu 100 % ich!! 😉

Eure
Franziska