Wie überall fällt auch in der Fotografie kein Meister vom Himmel. Ganz im Gegenteil: Ich habe immer noch einen weiten Weg vor mir, möchte und muss viel lernen und mich verbessern. Dennoch habe ich auch bereits einige Jahr als „professionelle Hobbyfotografin“ hinter mir. „Professionelle Hobbyfotografin“ ist so eine Bezeichnung, die mir ganz gut gefällt und mir sehr passend erscheint. Natürlich bin ich Hobbyfotografin, und somit kein Profi im eigentlichen Sinne. Trotzdem knipse ich auch nicht einfach drauflos. Also, wie nennt man das, was ich bin? Ich bleibe erstmal bei professioneller Hobbyfotografin. Vor der Zeit dieses etwas verbesserungswürdig umschriebenen Zustands, war ich ein Fan von Makrofotografie. Ich habe jede Pflanze, jeden Wassertropfen eingefangen. Das habe ich immerhin bestimmt 7 Jahre aktiv durchgehalten bis ich dann doch eine neue Herausforderung suchte.

2011

Ich gönnte mir im Dezember 2010 die ersten Studioblitze und eine Leinwand und stellte sie in einem leerstehenden Raum in unseren Haus auf. Und dann ging es los! Ich fotografierte von nun an nur noch im Studio und probierte unglaublich viel aus. Keiner meiner Freunde blieb verschont. So auch nicht Dana, mit der ich eines meiner ersten Shootings bestritt.

Unbenannt-2

Ich fotografierte vor allem im Studio. Draußen zu shooten kam mir irgendwie zu kompliziert vor, weil ich nicht das entsprechende Equipment hatte, und auch nicht den Blick, um auf den Hintergrund, das Licht uvm. zu achten. Meine Freundin Nicola war auch eine meiner ersten Models. Ich probierte verschiedene Lichteinstellungen aus, und kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie fasziniert ich von der Wirkung des linken Bildes war. Schließlich hatte ich zuvor nur alles flächig ausgeleuchtet ohne mir über andere mögliche Set-Ups Gedanken zu machen. Auch Color-Key entdeckte ich für mich – mein Gott, fand ich das cool! 😀

Nicola

Selina habe ich im Urlaub auf Spiekeroog kennengelernt und da sie Talent hatte und mir sofort ins Auge fiel, fragte ich sie, ob sie mal in mein Studio kommen wollte. Gesagt, getan und es entstanden sehr hübsche und vor allem süße Bilder von der jungen Selina. Ich probierte viel mit schwarzem Hintergrund aus und fand zunehmend Gefallen an der Optik der Bilder. Auch vor die Tür in den Wald wagten wir uns. 🙂

Selina

Langsam wurde ich mutiger und so fragte ich Kathrine, ein befreundetes Model, ob sie mal mit mir shooten würde. Dieses Mal traute ich mich auch mal raus, aber so wirklich Gedanken um Posen und Licht machte ich mir noch nicht. Ich fotografierte munter drauflos und einige Ergebnisse konnten sich auch schon sehen lassen. Wenig später gingen wir auch noch ins Studio, wo wir mit Videoband herumexperimentierten.

Kathrine

Natürlich sind dies nur eine Auswahl der Shootings, die ich so machte. Ich probierte wie wild alles aus, was ich mir damals vorstellen konnte.

2012

Zu Beginn des Jahres shootete ich vor allem mit schwarzem Hintergrund. Vorher war für mich klar, dass ich Fotos vor weißem Hintergrund machen wollte, aber der schwarze hatte doch auch seinen Reiz. Also shootete ich wieder mit einigen meiner Freunde und probierte verschiedene Posen und Einstellungen aus. Außerdem fing ich an, mit Requisiten zu arbeiten. Dabei kam auch so manch gruseliges Motiv heraus (Mitte). 🙂

dunkel

Und nach dieser düsteren Zeit ging es richtig los mit Experimenten. Ich verwandelte mein Studio in eine Mehllandschaft, beschmierte Models mit Farbe und besprühte sie mit Wasser. Meine Freunde machten geduldig mit und so ist das ein oder andere Bild entstanden, das ich heute noch in meinem Portfolio habe, wie zum Beispiel das Bild vom Profi-Model Neville (Querformat).

Experimente

Nach so einigen Experimenten im Studio traute ich mich auch mal eher outdoor zu fotografieren. Ich begann, geeignete Foto-Locations zu suchen und Bildideen eigenständig zu entwickeln und umzusetzen.

outdoor

Es ist faszinierend, wie sich ein Stil im Laufe der Zeit verändern kann. Dies zeigt vor allem das folgende Jahr…

2013

Jetzt kommt mein dunkelstes Jahr. Ich würde sagen, dass 80 % der freien Fotoshootings, die ich in diesem Jahr umsetzte, entweder schwarzen oder zumindest einen gedeckten Hintergrund hatten. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht irgendwelche verborgenen Geheimnisse… Nein, Quatsch! 😀 Ich habe einfach sehr viel ausprobiert bis ich gemerkt habe, welche Art von Fotos mir gefällt und zu mir passt. Zudem entwickelte ich eine Leidenschaft für Ballerinas und so finden sich unter den Aufnahmen aus 2013 auch meine ersten Ballettshootings.

dunkelstes Jahr

Neben meinen vielen dunklen Shootings gab es jedoch auch einige Lichtblicke, bunte Lichtblicke. Zum Beispiel shootete ich mit einer knallroten Vespa und mit einem riesengroßen Pyrenäen-Berghund.

ausprobe

Aber keine Sorge, es wird noch bunter. In diesem Jahr lernte ich nämlich auch die Bodypainterin Viola Simons kennen, mit der ich einige Shootings gemeinsam organisierte. 2013 ist also nicht nur ein recht düsteres Jahr. Es ist somit auch ein Jahr der Gegensätze zwischen Schwarzweiß und bunt. Relativ dunkel bleibt es aber trotzdem.

Bodypaintings

Das interessanteste ist aber der Cut, der von 2013 auf 2014 plötzlich erfolgt. Ihr werdet es gleich sehen. 😉

2014

Und dieser besagte Cut besteht aufgrund des extremen Wechsels zurück zu hellen Bildern. Plötzlich sind die dunklen Motive verschwunden und ich fotografiere eher etwas verträumtere, freundlichere Motive und Locations. Diese Veränderung spiegelt sich auch in den Requisiten wider. Beispielsweise entdeckte ich Blumen und machte mehrere Shootings mit Rosen und auch einmal mit einem Blumenkranz. Im Vergleich zum vorherigen Jahr ein totaler Stilbruch. Man merkt auch deutlich, dass ich mittlerweile viel öfter draußen shootete. Das Studio war eine gute Vorbereitung auf Outdoor-Shootings, aber ich merkte auch die vielen Möglichkeiten, die draußen auf mich warteten.

Blumig

Ich staune gerade selbst, wie sehr ich zu der Zeit noch im Stil variiert habe. Natürlich probiere ich auch jetzt gerne noch viele unterschiedliche Locations, Bildtöne und auch Posen aus. Aaaber, da habe ich mittlerweile doch so meine Lieblinge gefunden. 😉 2014 habe ich auch zum ersten Mal mit Heliumballons fotografiert. Oh Mann! Das ist vielleicht ein Aufstand, da sich die widerspenstigen Dinger immer mit ihren Schnüren verheddern oder durch den Wind in alle Richtungen geblasen werden, nur nicht in die, wo man gerade fotografiert… Auch eine Erfahrung! 😀

Ballons

Ich weitete den Bereich Ballett schon ein wenig aus und shootete mit der wundervollen Lena in der Siegener Oberstadt. Während dieses Shootings ist eines meiner Lieblingsbilder (links) entstanden. 🙂

Unbenannt-2
Außerdem probierte ich mich im Farbpulver-Werfen und durfte mein erstes Trash The Dress-Shooting erleben, das echt cool war. Beides eher außergewöhnliche Shootings, an die ich sehr gerne zurückdenke.

ausser

Der Übergang zu 2015 ist nicht mehr ganz so krass. Man könnte sagen, dass 2015 dann mein Ballettjahr ist – eine Leidenschaft nimmt ihren Lauf…

2015

Warum ich eine solche Faszination für Ballerinas entwickelt habe, weiß ich gar nicht genau. Ja, natürlich, ich habe früher in einer Tanzschule Hip Hop getanzt und stand bei den jährlichen, großen Auftritten gemeinsam mit ihnen auf der Bühne im Apollo. So eine richtige Leidenschaft hat sich aus der Ballettfotografie jedoch erst entwickelt, als ich schon einige Jahre nicht mehr dort tanzte.

Ballerinas

So langsam wusste ich, was ich stilmäßig wollte. Ich mag sanfte Farben und nachdenkliche Posen. Oft finde ich auch geschlossene Augen unglaublich schön auf Fotos – sie haben so etwas Sinnliches. Zudem hatte ich endlich ein Shooting mit einem Pferd. Ich hatte schon mal eins mit Selina, doch dies ist mittlerweile schon lange her und nach langer Suche fand ich Paulina, die sich riesig freute und mit ihrer wunderschönen Tinker-Stute Tiffany für mich poste.

Pferde

Einen kleinen Cut gab es nochmal, als ich bei einem Fashion-Workshop teilnahm. Es war eine interessante Erfahrung, mit einem Profi-Model zu shooten und es machte sehr viel Spaß. Die Fotos, die dort entstanden sind, mag ich nach wie vor sehr gerne.

Workshop
Auch in der Bildbearbeitung habe ich mich mit der Zeit weiterentwickelt. Während ich früher noch sehr viel retuschiert habe und der Haut keinerlei Poren mehr übrig ließ, bin ich mittlerweile vorsichtiger. Auch habe ich Photoshop Actions entdeckt und tobe mich auch jetzt immer noch ordentlich aus. 😉

2016

Ja, in den letzten 5 Jahren hat sich viel getan und vor allem in diesem Jahr, in 2016, habe ich so viel geshootet wie noch nie.
Irgendwie fasste ich neuen Mut und probierte Dinge aus, die ich immer schon mal ausprobieren wollte. Ich hatte plötzlich kein Studio mehr zur Verfügung (es wurde zu einem Wohnraum umgebaut) und so war ich weniger flexibel. Da ich aber im Laufe der Jahr sowieso eine Vorliebe zu Outdoor-Shootings entwickelte, war das nicht das Drama.
Eines der Shootings, das ich immer mal umsetzen wollte, war ein Indianershooting. Ich sah Leonie in der Uni, sprach sie prompt an und wir shooteten zusammen.

Außerdem absolvierte ich erneut einen Workshop bei dem Siegener Fotografen Olaf Pitzer, wagte mich aber dieses Mal an ein Thema ran, das ich vorher noch nie angegangen war: Aktfotografie!

Die Entdeckungsreise ging weiter. Ein Fotoshooting mit Greifvögeln – das wäre doch echt cool! Ich fand die Falknerei „skyhunters in nature“ auf Facebook und fragte für ein Shooting an. Ursina schien mir als Model richtig passend und wir fuhren mit einer ganzen Gruppe nach Frechen in der Nähe von Köln – echt ein großes Abenteuer, das sich mehr als gelohnt hat!

Zum ersten Mal traute ich mich auch ins Wasser. Mir gefiel zunehmend ein eher verträumter Stil, der gleichzeitig natürlich und nachdenklich wirkte. Das Shooting mit Jana zeigt dies noch einmal deutlich.

Trotz allem ließ mich das Ballett nicht los und ich traf mich ein weiteres Mal mit der wundervollen Cosima. Thema war eine Mischung aus Street Style und Eleganz.

Mein Traum, mit Vivien Jost zu shooten, ging ebenfalls in Erfüllung. Gemeinsam mit dem Fotografinnen-Team Geisler El-Obeid Fotografie setzte ich ein weiteres Mal sehr verträumte Motive um. Wir shooteten an der Bigge und hatten für kurze Zeit auch richtig Glück mit dem Licht. 🙂

Wow, das vergangene Jahr war wirklich aufregend und ich habe viele meiner Wunschmotive umgesetzt. Natürlich sind dies hier noch lange nicht alle Shootings gewesen, aber eine kleine Auswahl als Überblick.
Ich bin stolz auf das, was ich in 2016 umgesetzt habe, schmiede allerdings auch schon große Pläne für 2017. Da kommt wieder viel Neues, das ich entdecken möchte und ihr seid hoffentlich auf meiner Entdeckungsreise dabei! 🙂

Ich wünsche euch einen guten Start ins neue Jahr 2017!!